Regionalliga Nord 18/19 – 5. Spieltag

„Guter Jahresbeginn”

Nachdem eine Woche zuvor unsere beiden 4er-Mannschaften in der 2. RKL-West ihren ersten Spieltag im neuen Jahr bestritten, durfte auch unsere 1. Mannschaft diesem Beispiel folgen und das Schachjahr 2019 gegen die Schachfreunde aus Wittstock einläuten. Gegen diesen Gegner tat man sich bisher immer schwer. Der letzte Sieg liegt mittlerweile schon stolze vier Jahre zurück. Auffällig war sofort, dass die Gäste nahezu in Bestbesetzung antraten. Gleiches taten wir aber auch. In Anbetracht der derzeitigen Tabellensituation ist das kein Wunder: Der Tabellendritte traf auf den Vierten; beide besaßen die gleiche Anzahl an Mannschaftspunkten. Es ging also darum, sich weiterhin oben in der Tabelle zu behaupten und nicht weiter ins Mittelfeld zurückzufallen. Alles deutete demnach auf einen spannenden Wettkampf hin, wie sich zeigt:      

Brett 1: Matias Lazarte (1858)                –    Felix Teichert (2008)

Brett 2: Volkmar Weiß (1904)               –    Uwe Schmilinsky (1703)

Brett 3: André Dietz (1550)                    –    Nikolas Nimptsch (1644)

Brett 4: Nadin Schiewe (1673)             –    Arnold Tefs (1522)

Brett 5: Sandra Schmidt (1584)            –    Hauke Raasch (1566)

Brett 6: Frank Wessel (1592)                –    Michael Dracker (1530)

Brett 7: Thomas Winter (1463)              –    Angelina Jacoby (1568)

Brett 8: Christopher Luthardt (1542)    –    Werner Goldmann (1358)

(Hinweis: Der jeweils Erstgenannte spielte mit Weiß. Die aufgeführten DWZ-Zahlen sind zu dem Zeitpunkt des Wettkampfes auf den neusten Stand aktualisiert worden.)

Die erste Punkteteilung erfolgte am 4. Brett bei Nadin. Dort schob man die Stellung mit seinen Bauern so dermaßen zu, dass es für beide Spieler überhaupt kein Durchkommen mehr gab, ohne Material zu verlieren.

Kurze Zeit später tat man es ihnen an Brett 6 gleich. Schwarz gab in etwas eingeengter Stellung und mit Raumnachteil am Damenflügel ein Remis-Angebot ab, welches Frank W. annahm. 

Für gewöhnlich sind alle guten Dinge drei: Nach etwas längerer Spielzeit einigte man sich dann auch am 3. Brett auf Remis. Zwischenzeitlich war sogar ein entscheidender Materialgewinn für Weiß möglich; dieser wurde aber übersehen. In einem ausgeglichenen Endspiel bot zuerst Nikolas eine Punkteteilung an, welche aber ausgeschlagen wurde. Zwei Züge später bot Weiß dann selber Remis, weil er einsah, dass er keine Fortschritte machen würde.

Der Zwischenstand lag somit bei 1 ½ – 1 ½. Immerhin standen wir zu dem Zeitpunkt an fast allen Brettern, an denen noch gespielt wurde, besser. Erstaunlich war an diesem Tag, wie ruhig man es anging: Bei gleich vier der noch fünf laufenden Partien kamen die Spieler in eine kritische Zeitnotphase, da sich alle gerade zwischen den Zügen 20 und 25 befanden, jedoch nur noch über 15 bis 20 Minuten Restbedenkzeit verfügten. Einzige Ausnahme war das erste Brett. Da war es Weiß, der mit massiven Zeitproblemen zu kämpfen hatte. Jedoch machte man sich schon allmählich Gedanken und trommelte langsam ein paar Leute zum Mitschreiben zusammen. Wie gesagt: Es waren gleich vier Bretter! Glücklicherweise erübrigte sich das Mitschreiben an drei Brettern, da die Partien noch vor der 5 Minuten-Grenze ihr Ende fanden:

Am 5. Brett machte Weiß in der Eröffnung einen Fehler, der direkt eine ganze Figur kostete. Von da an spielte Hauke seine Partie solide weiter und hinderte seine Gegnerin zudem, sich mit dem König in Sicherheit zu bringen. Nach einem weiteren taktischen Einschlag, bei dem Matt oder Figurenverlust drohte, gab Weiß auf.

Der erste volle Punkt war da; ein zweiter sollte direkt folgen: An Brett 1 befand sich Weiß, wie schon zuvor erwähnt, in einer sehr kritischen Zeitnotphase, da mit weniger als 5 Minuten Bedenkzeit noch satte 10 Züge zu absolvieren waren. Zusätzlich gab es einiges zu berechnen, da Felix starken Druck auf den weißen König am Damenflügel ausübte. Es kam, wie es kommen musste: Weiß griff fehl und lief in ein Mattnetz, sodass auch hier die Aufgabe erfolgte.

Auch am 8. Brett musste man zusehen, nicht allzu sehr in Bedrängnis zu geraten, was die Zeit anging. Christopher bekam aber mit, dass uns noch lediglich ein Punkt zum Mannschaftssieg fehlte und bot seinem Gegenüber in einer vermeintlich minimal besseren Stellung Remis an, welches auch angenommen wurde. Somit stand fest: Wir konnten nicht mehr verlieren!   

Bei Angelina war in der kritischen Phase viel los: Erst verlor sie eine Qualität. Es folgte ein wildes Getümmel, bei dem ein wenig getauscht wurde. Durch einen Spieß hätte Angelina dann die Qualität wiedergewonnen, doch durch die ganze Transaktion zuvor wäre sie in ein Endspiel mit einem Bauern weniger gegangen, sodass sie eine Punkteteilung anbot. Da ihr Gegner noch weniger Bedenkzeit hatte als sie selbst, willigte er ins Remis ein, da ihm die Situation zu brenzlig wurde. Damit hatten wir 4 ½ Punkte erreicht; die zwei Mannschaftspunkte blieben also in Leegebruch! 

Soweit so gut; nun blieb nur noch Volkmar übrig. Das war die einzige Partie, wo letztendlich mitgeschrieben werden musste. In der Zeitnotphase bewies Volkmar wahre Stärke: Er konnte seine ohnehin schon vorteilhaftere Stellung weiter verbessern. Dennoch stockte einem Zuschauer zwischenzeitlich der Atem, als Volkmar seine Uhr bis auf 40 Sekunden herunterlaufen ließ, obwohl noch 6 Züge zu spielen waren. Dann kam aber alles Schlag auf Schlag und man blitzte acht Züge runter. Nach und nach zeigte sich in der zweiten Zeitperiode dann, dass Schwarz die Zeitnotphase nicht bekommen war, da das zu spielende Endspiel verloren war. Die ersten Bauern wurden von Volkmar eingesammelt und seine Stellung wurde immer besser. Als sein e-Bauer dann bis auf e7 vorgerückt war und die Umwandlung drohte, welche nur mit dem Geben von Material zu verhindern war, reichte Schwarz die Hand.  

Endlich haben wir es mal wieder geschafft; wir haben mit 5 ½ – 2 ½ gegen den SC Wittstock gewonnen! Und das sogar relativ eindeutig. Letzte Spielsaison ging diese Begegnung im Übrigen genau anders herum aus. Weiterhin ist bemerkenswert, dass wir nicht eine einzige Partie verloren haben! Das ist definitiv eine solide Mannschaftsleistung; hoffentlich geht das so weiter!

Zwischenstand nach der 5. Runde:

PlatzMannschaftSRVMan.Pkt.Brt.PktBerl.Wrt.
1  Schachclub Havelland401826120.5
2  Schachclub Rathenow401824.5103.5
3  Leegebrucher Schachfreunde401824110.5
4  Schachclub Oberkrämer311721.5103
5  Schach-Club Wittstock302622.5101
6  SV Wusterhausen212518.576.5
7  Schachclub Oranienburg III20342295.5
8  Schachfreunde Zehdenick 7611331778.5
9  SV Hellas Nauen II01411145
10  TSG Neuruppin00501366

Fünf Spieltage sind nun absolviert; über die Hälfte der Saison ist rum. Aus dem jetzigen Stand lassen sich nun langsam die ersten Tendenzen ableiten. Mit unserem mittlerweile schon vierten Sieg verbleiben wir in der oberen Hälfte der Tabelle. Die größte Überraschung an diesem Spieltag war wohl, dass der bisherige Spitzenreiter SC Rathenow gegen Oberkrämer patzte; somit ist nun alles wieder offen und die Karten werden neu gemischt. Kaum zu glauben, aber die Plätze 1 bis 3 trennen nur lediglich zwei Brettpunkte! Ebenso überraschend war, dass Wusterhausen ‚nur‘ unentschieden gegen Zehdenick spielte. Eines lässt sich festhalten: Es ist noch nichts entschieden, im Gegenteil: Es scheint nun richtig spannend zu werden!

Ich danke allen Spielern, die unseren Verein vertreten haben. Vielen Dank auch an Herrn Raasch und Frau Jacoby, die Angelina, Nadin und Hauke nach Leegebruch fuhren und wieder abholten! Ein weiterer Dank geht an Dieter, der sich wie immer um das Spielmaterial kümmerte! 

Am 10.02.2019 geht es weiter; dann geht es für uns nach Falkensee zum Tabellenführer SC Havelland. Diese Begegnung stellt schon eine erste Vorentscheidung dar: Derjenige, der gegen den jeweils anderen gewinnt, schmeißt ihn gleichzeitig auch aus dem Rennen um den Aufstieg. Wir sind gut drauf; zudem denke ich, dass alles möglich ist – lassen wir uns überraschen und hoffen das Beste! 

Nikolas Nimptsch

Leegebrucher Schachfreunde e. V.

Leegebrucher Schachfreunde e. V.