Regionalliga Nord – 5. Spieltag

Eine lange Verschnaufpause blieb unserer ersten Mannschaft nicht. Nun ist auch schon der 5. Spieltag Geschichte, welcher am 05.02.2017 bei uns zuhause ausgetragen wurde. Als Gast durften wir unsere Schachfreunde aus Wittstock willkommen heißen. Einen Großteil von ihnen sahen wir schon drei Wochen zuvor bei unserem Winterturnier, bei welchem viele Pokale an den nordbrandenburgischen Verein an der Dosse gingen. Dies versprach schon so einiges, und zwar, dass dieser Spieltag keine Spazierfahrt werden wird.

Nachdem ich am Donnerstag davor schon 8 Spieler zusammen hatte, war ich sehr positiver Dinge in Sachen Spielbereitschaft, zumal ich noch auf zwei weitere Meldungen wartete. Verglichen mit dem Spiel gegen Rüdersdorf waren wir dieses Mal weit besser dran – dachte ich zumindest. Es ist dann am Freitag einer der unwahrscheinlichsten Fälle eingetreten, worüber ich selber doch etwas verblüfft war, dass das möglich sei. Christopher musste aufgrund von Krankheit kurzfristig absagen. Ich dachte selbstverständlich, dass dies keineswegs zu einem Problem werden könnte, da schließlich noch zwei Meldungen offen waren. Ich war ebenso sehr optimistisch und dachte weiterhin, dass mindestens einer von beiden schon noch zusagen wird, aber es folgte das Gegenteil – zwei weitere Absagen. Die allgemeine Stochastik hat mich demnach eines Besseren belehrt. Kaum zu glauben, wie schnell sich die Lage ändern kann, aber nun waren wir wieder „nur“ 7 und es standen keine Rückmeldungen mehr aus. Dass nicht noch einmal das gleiche wie gegen Rüdersdorf passiert, habe ich dann meinen Status des Ersatzspielers geändert und bin eingesprungen. Und zu meiner weiteren Verwunderung fand ich mich dann auch noch am 2. Brett wieder, obwohl ich im Mittelfeld gesetzt bin. Ich hoffe, dass wir in den noch kommenden Spieltagen nicht noch mal so weit aufrücken müssen. Aber festhalten ist: Die Mannschaft war nun voll. 😉

Wie man den folgenden Ansetzungen entnehmen kann, reiste Wittstock mit ihren ersten sechs Stammspielern an und waren generell in Topbesetzung (Hinweis: Der jeweils Erstgenannte spielte mit Weiß. Die aufgeführten DWZ-Zahlen sind zu dem Zeitpunkt des Wettkampfes auf den neusten Stand aktualisiert worden):

Brett 1: Matias Lazarte (1804)             –    Marie Antoinette Wolff (1683)

Brett 2: Nikolas Nimptsch (1482)     –    Uwe Schmilinsky (1692)

Brett 3: Arnold Tefs (1608)                   –    Uwe Nemitz (1395)

Brett 4: Sven Huhndt (1500)              –    Michael Dracker (1537)

Brett 5: Andre Dietz (1485)                  –    Justin Schröder (1626)

Brett 6: Jannis Hajda (0)                      –    Thomas Winter (1474)

Brett 7: Leon Grabowsky (961)            –    Tobias Kretzschmar (1179)

Brett 8: Paul Schulz (0)                        –    Sandra Schmidt (1438)

Mit einer Durchschnitts-DWZ von genau 1500 waren uns die Wittstocker definitiv überlegen gewesen. Zahlentechnisch lag unsere Aufstellung mit einer Durchschnitts-DWZ von 1358 klar drunter, wobei Paul und Jannis hierbei mit einer 1000 eingerechnet wurden. Dennoch hatten wir auch eine Niederlage aus der vorherigen Saison gutzumachen, also hieß es: Zähne zusammenbeißen und los geht’s!

Tobias spielte eine recht unbekannte Variante und übersah im Mittelspiel die lange Diagonale der gegnerischen Dame, worauf er einen Turm verlor. Diesen Nachteil konnte er nicht mehr kompensieren, was ihm letztendlich als erstes nach 27 Zügen zur Aufgabe zwang.

Uwe spielte wie letzte Saison wieder gegen Arnold Tefs, worüber er sich sehr freute. Er kam recht gut und auch schnell aus der Eröffnung und hatte nach 15 Zügen eine gut spielbare Stellung. In meinen Augen stand Uwe weit besser, da er mehr Raum und Aktivität besaß. Man einigte sich aber im 21. Zug auf Remis, da Uwe kein Risiko eingehen wollte. Vielleicht wäre auch ein ganzer Punkt drin gewesen.

Jannis hatte seinen ersten Einsatz in unserer ersten Mannschaft. Er spielte anfangs etwas schnell und geriet infolge dessen durch die c- und d- Bauern des Gegners leicht in Bedrängnis. Es folgte ein Doppelbauer auf der e-Linie für ihn. Jedoch spielte Jannis richtig weiter und besetzte die offene d-Linie und stieg auf der gegnerischen 6. Reihe mit seinem Turm ein. Schwarz war noch nicht vollkommen entwickelt, was ihm nun zum Verhängnis wurde: Türme waren nicht verbunden; auf b8 stand noch der Springer, welcher nicht entwickelt werden konnte, da er den angegriffenen Läufer auf c6 permanent decken musste. Schwarz konnte fast gar nichts machen und stand passiv hinten drin. Auch hier einigte man sich auf Remis, da sich Jannis unsicher war. Bei genauem Spiel wäre der volle Punkt eventuell machbar gewesen. Aber unterm Strich ein beachtliches Ergebnis, wenn man den enormen Unterschied der Spielstärke betrachtet!

Zwischenstand: 1-2 für Wittstock.

Auch Sven bekam die Ehre, noch einmal gegen seinen Gegner aus der letzten Saison anzutreten. Bei ihm zeichnete sich eine einfache Entwicklung ab. Sein Gegner konnte etwas besser agieren; er selber nur reagieren. Jedoch schaffte es Sven alles abzusichern, sodass sein Gegner nicht wirklich weiterkam. Im 17. Zug folgte auch hier nach etwas längerer Überlegung das Remis. Man wiederholte damit das Ergebnis aus dem Vorjahr.

Marie hatte am Spitzenbrett einen harten Brocken vor sich. Man investierte hier im Gegensatz zu anderen etwas mehr Zeit und versuchte, seine Figuren bestmöglich zu positionieren. Es kam zu einem starken Zentrumspiel. Weiß bot aufgrund des derzeitigen Standes Remis, welches Marie annahm.

Am 2. Brett ließ man es auch ruhiger angehen. Nikolas und sein Gegner spielten etwas langsamer. Auch hier entwickelte man sich mit Bedacht und plante schon im Voraus für das Mittelspiel. Durch Provokation schaffte es Nikolas, kleinere Schwächen in die gegnerische Stellung zu bringen. Er opferte für einen Gegenangriff einen Bauern und erhoffte sich dadurch mehr Aktivität. Infolge einer im 17. Zug getroffenen Übereinkunft fügte sich auch Nikolas mit in die Reihe der Remis-Partien ein.

Nun stand es 2 ½ – 3 ½. Zwei Partien liefen noch.

Paul spielte wie die letzten Male erstaunlich stark und behielt seine konstante Leistung bei. Er nahm sich auch die Zeit für einen soliden Aufbau. Da Paul an einem Punkt dachte, er würde seine Dame oder einen Turm verlieren und nichts mehr dagegen unternehmen können, gab er in etwa zeitgleich mit dem Partieende von Nikolas auf. Allerdings hat er leider nicht gesehen, dass es zu überhaupt keinen Figurenverlust gekommen wäre, wenn er den richtigen Zug dagegen gefunden hätte. Schade!

Leider hatte Wittstock an dieser Stelle die 4 ½ Punkte erreicht – für uns bedeutete das die Niederlage.

Justin feilte aber noch etwas an der Optik: Zu Beginn geriet er ziemlich schnell in Nachteil, aber von da an fing er an zu kämpfen und sich durchzubeißen. Mit Bauerngewinne schaffte er es, den Figurennachteil auszugleichen. Weiß opferte seinen Turm, um mit einem durchschlagenen Angriff die Partie für sich zu entscheiden. Jedoch war das Opfer unkonkret, weshalb er im Endeffekt die Partie verlor. Glückwunsch an Justin, der nach hartem Kampf als einziges einen vollen Punkt für die Mannschaft geholt hat!

Endstand: 3 ½ – 4 ½. Mit unserer erbrachten Leistung können wir dennoch definitiv zufrieden sein, da wir an den meisten Brettern DWZ-technisch unterlegen waren und unsere Aufstellung nicht ganz so stark wie die von Wittstock war. Aus diesen Gründen haben wir uns ziemlich gut verkauft.

Zwischenstand nach der 5. Runde
Platz Mannschaft S R V Man.Pkt. Brt.Pkt Berl.Wrt.
1 Schachclub Havelland 5 0 0 10 30.5 138.5
2 Schachclub Oberkrämer 4 1 0 9 27.5 116
3 Schach-Club Wittstock 3 2 0 8 23.5 104.5
4 TSG Neuruppin II 3 2 0 8 22.5 104
5 Schachclub Oranienburg III 2 3 0 7 22.5 108
6 ESV 1949 Eberswalde II 3 0 2 6 24.5 102
7 SV Glück auf Rüdersdorf II 2 0 3 4 20 76.5
8 SV Hellas Nauen II 1 1 3 3 18 89
9 Schachclub Oranienburg IV 1 1 3 3 16 75
10 Leegebrucher Schachfreunde 0 1 4 1 13 66.5
11 SV Wusterhausen 0 1 4 1 9.5 44
12 Schachfreunde Zehdenick 76 0 0 5 0 12.5 56

Klar könnte es für uns auch besser aussehen was den Platz angeht, aber wenn man mal die Tatsache in Betracht zieht und die Einerstelle – also die 0 – entfernt, so können wir auch von uns behaupten, dass wir Platz 1 und mit einer Mannschaft wie Havelland gleichzusetzen sind. Mathematisch gesehen steht die Zahl 0 auch für Nichts und kann demnach auch weggelassen werden. 🙂 Also, was ich damit sagen möchte: Alles halb so schlimm. 😉

Richten wir unser Augenmerk auf den nächsten Spieltag, an welchem Wusterhausen bei uns zu Gast ist. Da fällt uns auf, dass sie insgesamt nur 3,5 Brettpunkte hinter uns liegen. Gerade hier müssen wir nun die Stärke aus dem Wettkampf gegen Wittstock mitnehmen und unseren Platz verteidigen. Weiter abrutschen wollen und werden wir nicht mehr! Machen wir es Wusterhausen so schwer wie möglich – sollen sie sich auf einen harten Kampf einstellen!

Zum Abschluss danke ich wie immer allen angetretenen Spielern für ihre Bereitschaft sowie auch Dieter, der sich wieder um das Spielmaterial und um den Schlüssel für den Jugendclub gekümmert hat!

 

Nikolas Nimptsch

Leegebrucher Schachfreunde e. V.

Leegebrucher Schachfreunde e. V.